Jacqueline Straub zu Gast in Mörschwil

„Warum nicht katholische Priesterin werden?“ Zu diesem Thema lud das Ressort Erwachsenenbildung der Seelsorgeeinheit Steinerburg am 31. März zu einem spannenden Abend mit der Theologin und Journalistin Jacqueline Straub ein. So freute sich Ressortleiterin Isabelle Müller-Stewens, eine Frau begrüßen zu dürfen, die 2019 von der BBC zu den 100 inspirierendsten Frauen der Welt gewählt wurde.

Was für viele Katholikinnen und Katholiken nahezu unumstößlich und selbstverständlich erscheint, wurde von Jacqueline Straub systematisch und humorvoll widerlegt. Außer Gewohnheiten, die vergangenen und aktuellen patriarchalischen Gesellschaftsformationen der Vergangenheit geschuldet waren bzw. sind, gibt es bibeltheologisch und dogmatisch keine grundsätzlichen Argumente gegen die Weihe von Frauen zu Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche.

Ausgehend von ihrer Kindheit und Jugendzeit schilderte Jacqueline Straub, wie in ihr zunehmend der Wunsch wuchs, Priesterin zu werden. Sie berichtete von verschiedenen Widerständen, auf die sie in ihrer Jugend, Studienzeit, bis heute trifft. Es sind meistens die Gewohnheiten, die das männerdominierte Kirchenbild prägen und für selbstverständlich halten. Neben Anfeindungen verspürt Jacqueline Straub heute vor allem einen Aufbruch und Widerstandsbereitschaft unter den Frauen in der römisch-katholischen Kirche, die das traditionelle Priesterbild nicht mehr akzeptieren.

Allerdings vermutet sie auch, dass ein baldiger Umschwung nicht unbedingt zu erwarten, aber auf die Dauer doch zu erhoffen ist. In diesem Sinne ermunterte Jacqueline Straub die Zuhörerinnen und Zuhörer im vollen Mörschwiler Pfarreisaal, die Kirche nicht zu verlassen, weil es sich trotz der bekannten Skandale und Verknöcherungen allemal lohne, die Botschaft vom Reich Gottes weiter zu verkünden und an ihrer gesellschaftlichen Bedeutung für ein menschenwürdiges Leben festzuhalten.

Bernd Ruhe