«Wiborada von St. Gallen»

Die heilige Wiborada wurde als Märtyrerin und als erste Frau 1047 von Papst Clemens heiliggesprochen, war aber seitdem weitgehend vergessen.

Obwohl seit ihrem Tod bereits über 1000 Jahre vergangen sind, kann das Leben dieser entschlossenen und mutigen Frau auch für heutige Menschen wegweisend sein. Wie Nikolaus von Flüe wirkte Wiborada als Ratgeberin und Retterin. So sorgte sie dafür, dass die Mönche des Klosters St. Gallen, viele andere Menschen und die Bibliothek rechtzeitig vor den Ungarn in Sicherheit gebracht wurden. Sie selber blieb ihrem Gelübde, ihre Zelle nicht zu verlassen, treu. Mit den Heiligen Gallus, Otmar und Notker gehört Wiborada von St. Gallen gleichberechtigt zu unseren Bistumsheiligen.

2021 startete im Bistum das Projekt «Wiborada von St. Gallen» mit dem Ziel die vergessene Heilige bekannt zu machen. Im Zuge dieses Projekts wurde auch eine Zelle nach dem Vorbild der Zelle, in der Wiborada die letzten zehn Jahre ihres Lebens als Inklusin lebte, an die Kirche St. Mangen angebaut. 10 Personen liessen sich bislang in diese Zelle einschliessen und näherten sich so der Heiligen an. Auch Hildegard Aepli lebte für eine Woche als Inklusin. Welche Erfahrungen sie in dieser Woche machte und wie sie diese Zeit veränderte, daran liess sie uns in ihrem sehr lebhaften und persönlich gehaltenen Vortrag teilhaben. Wir danken Hildegard Aepli herzlich für ihren Besuch, der uns einen neuen Zugang zur heiligen Wiborada von St Gallen ermöglichte und noch lange in uns nachklingen wird.

Isabelle Müller-Stewens